Traumatherapie

Was passiert, wenn ein Trauma entsteht?

Wenn ein Trauma entsteht, wird das Gehirn mit negativem Stress geflutet. Die Bereiche im Gehirn, die für unsere biografischen Erlebnisse, Sprache und räumliches und zeitliches Verstehen verantwortlich sind, schalten sich ab.  Das Durchführen und Vorbereiten von bewussten Handlungen ist nicht mehr möglich.  Die einzig rettenden Reaktion ist Flucht und Kampf. Wenn Flucht und Kampf nicht möglich sind, reagiert der Körper mit Schockstarre und völligem Zusammenbruch.  Schmerzen werden nicht richtig wahrgenommen, der Gedächtnisspeicher zerfällt und das Bewusstsein zersplittert.

Wie kann ich ein Trauma erkennen?

Nach einem traumatischen Erlebnis bleibt eine seelische und körperliche Verletzung, eine tiefe  "Wunde".  Das heißt, nicht das Erlebte ist ein Trauma, sondern die körperlichen und seelischen Folgen.   Es gibt eine Zeit "vor"... und eine Zeit" nach"...dem Erlebnis.

Konkrete Folgen aus Traumata sind zum Beispiel:

  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • innere Unruhe
  • ständige Wachsamkeit ( Kontrolle des Umfeldes)
  • Vermeidung von allem, was an das Ereignis erinnert
  • sozialer Rückzug
  • sich "wegträumen"
  • schnell wütend werden
  • Angst ( überängstlich)
  •  ständiges Widererleben der Situation (Flashbacks)
  • Geräusche, Gerüche und Beziehungen zu anderen Menschen lösen das traumatische Erlebnis wieder aus
  • Gar nichts fühlen können

EMDR

Was ist EMDR ?

EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing. Das bedeutet Desensibilisierung durch Augenbewegung. EMDR ist ein traumatherapeutisches Verfahren. 

Dr. Francine Shapiro (USA) entwickelte diese Psychotherapieform zur Behandlung von Traumafolgestörungen Ende der 80er Jahre.

Mit der EMDR-Methode können Traumafolgestörungen bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen behandelt werden.

 

Die Wirksamkeit von EMDR ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt. Die Forschungsergebnisse zeigen: Nach Behandlung einer einfachen posttraumatischen Belastungsstörung mit EMDR fühlen sich 80 Prozent der Patientinnen und Patienten deutlich entlastet.

Ein zentraler Schwerpunkt der EMDR-Behandlung ist die Nachverarbeitung der belastenden Erinnerungen unter Nutzung bilateraler Stimulation. Mit gezielten Augenbewegungen oder taktilen Reizen werden traumatische Erinnerungen entlastet, Ressourcen aktiviert und Stress reduziert.

 Diese Stimulation unterstützt das Gehirn, die eigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren und die belastenden Erinnerungen zu verarbeiten.

Ein 10 jähriger Junge erzählt...

Nach einer EMDR Behandlung waren die belastenden Bilder weg und der Alltag wieder leicht und unbeschwert.
Nach einer EMDR Behandlung waren die belastenden Bilder weg und der Alltag wieder leicht und unbeschwert.

Anwendungsgebiete von EMDR

  • Ängsten, Phobien, Prüfungsängste
  • Trauer
  • Panikattacken
  • Entwicklungs-und Verhaltensstörungen von Kindern
  • Depressionen
  • Erschöpfungssyndrom
  • Chronische Schmerzen
  • Monotraumata
  • posttraumatischer Belastungsstörungen ( PTSB)
  • Zwangsstörungen
  • Psychosomatik
  • Suchtgedächtnis
  • Essstörung
  • Anpassungsstörung
  • Krankheitsbewältigung
Durch Traumatherapie seinen Lebensweg neu entdecken
Veränderung durch Traumatherapie